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Surforeggae
Reggae · 15. Juli 2002

Gilberto Gil singt Reggae in Bonn, Deutschland!

Gilberto Gil
BONN - Der große Star des in Bonn stattfindenden World Music Festival war zweifellos Gilberto Gil. Das von Deutsche Welle geförderte Festival bot außerdem zwei weitere internationale Gruppen: Egschiglen, gegründet von mongolischen Musikern, die Instrumente und Klangfarbe ihres Landes retten wollen, und Electro Bamako, eine Fusion aus elektronischem Jazz mit westafrikanischer Musik, geschaffen vom Franzosen Marc Mineli und der malischen Sängerin Mamani Keita. Gilberto Gil bleibt der sogenannten „Weltmusik" verpflichtet. Er beweist, dass er keine ausschließliche Verpflichtung zur Verbreitung brasilianischer Musik und seines umfangreichen Repertoires hat, indem der 60-jährige baianische Sänger und Komponist ein Konzert mit Bob Marleys großen Klassikern präsentierte. Gilberto Gil, der auch die Generaldirektion der Show unterzeichnet, beschränkte sich nicht auf die reine und einfache Wiedergabe von Reggae-Meisterwerken wie Could you be love, Easy Skankin oder Waiting in Vain. Er machte praktisch neue Versionen der Songs, indem er Arrangements änderte und typisch brasilianische Instrumente einfügte.

BEGEISTERUNG

Das Ergebnis konnte nicht mitreißender sein. Die Neuinterpretation von Kaya N'gan Daya (Kaya), Titelsong seiner im Mai dieses Jahres veröffentlichten CD, begeisterte das Publikum, das aus der Nähe die Kraft und das Charisma des Komponisten erleben wollte, der selten in Deutschland auftritt. Das letzte Mal in Bonn war er beispielsweise 1979, als wenige Brasilianer hier lebten und Gil in Europa noch nicht so bekannt war. Seitdem hat sich viel geändert. Die Zahl der in Deutschland lebenden Brasilianer ist stark gewachsen, und viele aus der Region waren am Sonntagnachmittag (14.07.) im Publikum, neben Deutschen, die vom ansteckenden Rhythmus von Gilberto Gils Musik bezaubert waren.

ALTE HITS

Der Künstler gab auch einen Gastauftritt und erinnerte an einige alte Hits wie seine Version von No Woman, No Cry, Não Chore Mais und das unvergessliche Sítio do Picapau Amarelo. Ein Höhepunkt war die Interpretation von Garota de Ipanema mit Reggae-Beat sowie die Übersetzung von Lively Up Yourself, Eleve-se Alto ao Céu. Acht brasilianische Musiker gehörten zur Band, die mit Gil während der Show spielte. Drei junge Frauen, darunter Nara Gil, seine älteste Tochter, bildeten den Gesang. Mit großer Freude und Begeisterung für das, was sie tun, sang Gil und bezauberte die Menge fast zwei Stunden lang. Ein Konzert, das in Erinnerung bleibt.

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