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Surforeggae
36 · 05. Dezember 2002

Jamaica Nice findet jetzt jeden Sonntag statt!

Jamaica Nice
Nun, keine Ausrede mehr: Jamaica Nice ist jetzt jeden Sonntag ab 20 Uhr. Traditionell lief unsere Party dienstags, ein etwas blöder Tag, aber mit dieser Änderung haben wir eine Option für die, die zu Hause faulenzen, und für die, die von einer Reise kommen und eine erfrischende Pause wollen. Die Uhrzeit verdient auch Feier: 20:00 Uhr ist gut, etabliert eine gesunde Party-Zeit, perfekt für die, die noch anderes im Leben haben. Jamaica Nice ist von der jamaikanischen Sound-System-Kultur inspiriert (mehr unten). Es ist ein Soundsystem mit zwei Plattenspielern, zwei CD-Playern und zwei DJs (hier Doc Reggae und Yellow P). Gäste: siehe Dezember-Programm.

PARTY-ORT

Adresse: Alameda Barros, 376 - Higienópolis Telefon: (11) 3824-0097. Mindestverzehr: R$ 10

DEZEMBER-PROGRAMM

Das Jamaica-Nice-Soundsystem hat die Resident-DJs Doctor Reggae (Otávio Rodrigues) und Yellow P. (Fabinho), zwei der schärfsten Dread-Culture-Forscher São Paulos. Jeden Sonntag ein oder mehrere Special Guests. Das Dezember-Programm: Sonntag, den 8. - Pedro Só, Forscher und Informationshändler, ehemaliger Bizz-Chefredakteur, Usina-do-Som-Content-Direktor, spielt Rare Grooves, Soul Reggae und Rock Steady. Sonntag, den 15. - Black Alien, ex-Planet Hemp, Gesang und Toast auf Reggae B., mit kreativen Performances über Dub-Basen. Sonntag, den 22. - Cave Man (a.k.a. Ricardo Lancellotti), Musiker, Forscher, Mitgründer von Pacíficos da Ilha und Nomad, einer der ersten Toaster Brasiliens.

EIN KURZER ÜBERBLICK ÜBER SOUND SYSTEMS

Heutzutage, wo Reggae mit Forró und Brega verwechselt wird, lohnt es sich, die Unterschiede zu markieren Sound Systems entstanden in Jamaika in den 60ern, zusammen mit der Entwicklung des Reggae. Der Name sagt fast alles: Soundsystem. Mehr als „Hintergrundmusik" ist ein Sound System eine Attraktion, ein Ereignis. DJs (oder Selectors) tauschen wertvolle Informationen aus, spielen seltene und exklusive Platten und regen die Improvisation der Gäste (Toasters) am Mikro an. Und andere Dinge, die wir nicht verraten können, klar. Durch Sound Systems veränderte Reggae die jamaikanische Gesellschaft. Durch sie wurden neue Künstler bekannt gemacht und auch die libertäre Kultur aus dem Ghetto (ja, Reggae entstand nicht am Strand und wurde nicht von Surfern erfunden). Noch in den 60ern, als Jamaikaner massenhaft nach London emigrierten, kam die Sound-System-Idee im Gepäck. Heute sind sie z. B. eine der Hauptattraktionen des Notting-Hill-Karnevals, des traditionellsten Straßenfestivals der Engländer. Jedes Sound System hat sein eigenes Team von Selectors und Toasters - die trotz der scheinbaren Neuheit der Namen Vorgänger der Hip-Hop-DJs und MCs sind. Viel klassischer Reggae wird gespielt, aber besonders eine Variation namens Dub. Dub entsteht aus instrumentalen Reggae-Versionen, wo der Produzent Echos und Effekte hinzufügt und Bass betont. Es gilt als Kunstwerk, eine Art „Jazz des Reggae". Zwei Dub-Produzenten der 60er und 70er, Lee Perry und King Tubby, sind weltweit als Väter der heutigen elektronischen Musik anerkannt. Aber Dub ist wie Reggae nicht mehr ausschließlich jamaikanisch: viel der besten Produktion kommt aus den USA, Deutschland, Japan, Venus und Pluto. Diese Nachricht kann nicht als Spam gelten, weil sie von Freunden garantiert ist, die wir in Jamaikas Favelas haben. Wenn ihr sie nicht mehr wollt, seid ihr erledigt: wir liefern euren Namen den Jungs dort. :)

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