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Reggae · 02. Februar 2003

Nestlé klagt Äthiopien auf 6 Millionen US$! Erfahre mehr!

Nestlé klagt

Etwa 15 Millionen Menschen hungern im Land. Nestlé — das weltweit größte Lebensmittelunternehmen — möchte, dass eines der ärmsten Länder der Welt — Äthiopien — eine Entschädigung von 6 Millionen US-Dollar (21,6 Millionen R$) für die Verstaatlichung einer seiner Tochtergesellschaften im Land während des kommunistischen Regimes 1975 zahlt. Der Rechtsstreit zielt darauf ab, die Schäden des großen Verstaatlichungsplans der Regierung zu reparieren, als fast alle im Land tätigen ausländischen Unternehmen und Besitztümer ohne jegliche Entschädigung konfisziert wurden.

Nestlés Rechtsstreit erfolgt zu einem Zeitpunkt, als das Land eine neue Welle von Dürre und Hunger erlebt. Die Regierung bittet um internationale Hilfe und behauptet, dass 15 Millionen Menschen im Land hungern. Äthiopien ist eines der ärmsten Länder der Welt mit einem Pro-Kopf-Einkommen von 100 US-Dollar (360 R$) pro Jahr. In der Schweiz, dem Sitz von Nestlé, beträgt beispielsweise das Pro-Kopf-Einkommen 38.380 US-Dollar (138.160 R$).

Rückgang Die Einnahmen der äthiopischen Regierung haben ebenfalls stark zurückgegangen, bedingt durch den weltweiten Preisrückgang bei Kaffee, einem der Hauptexportprodukte des Landes. Die Ministerin für Finanzen und wirtschaftliche Entwicklung Äthiopiens, Mulu Ketsela, sagte der BBC, ihr Land brauche jeden Cent, um Leben zu retten, und sie würde Nestlé bitten, den Rechtsstreit im Interesse der Menschen aufzugeben.

Nestlé teilte der BBC mit, es liege "klar im Interesse der Kontinuität der direkten ausländischen Investitionsströme (ins Land), dass Konflikte dieser Art gemäß internationalen Gesetzen gelöst werden". "Der Erfolg der Verhandlungen wird das Vertrauen der internationalen Investoren wiederherstellen, was für die äthiopische Regierung von Vorteil sein wird", erklärte das Unternehmen. Nestlé informierte außerdem, dass die Verhandlungen dank der Bereitschaft der äthiopischen Regierung stattfinden, als Teil eines Bemühens, etwa 50 ausländische Unternehmen zu entschädigen, die vom Verstaatlichungsprozess während der kommunistischen Regierung betroffen waren.

Das Schweizer Unternehmen informierte außerdem, dass die äthiopische Regierung die Schweisfurth-Tochtergesellschaft 1998 für 8,7 Millionen US-Dollar (31,31 Millionen R$) an ein privates Unternehmen im Land verkauft hat. Laut der britischen Nichtregierungsorganisation Oxfam bot die äthiopische Regierung etwa 1,5 Millionen US-Dollar (5,4 Millionen R$) Entschädigung an, doch das Unternehmen dränge die Regierung, 6 Millionen US-Dollar zu erreichen. Die NGO sagt, dass 6 Millionen US-Dollar ausreichen würden, um 6 Millionen Äthiopier mit Trinkwasser zu versorgen oder 6.500 Brunnen in den trockenen Regionen des Landes zu bauen.

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