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Surforeggae
Reggae · 20. Juni 2003

Piraterie: Selbstvernichtende Dateien sollen Urheberrechte schützen!

Piraterie: Selbstvernichtende
LONDON/AMSTERDAM (Reuters) - Wenn Technologieunternehmen wie Sony und Microsoft bekommen, was sie wollen, könnten Musik und Filme nur einmal abgespielt werden, bevor sich ihre Dateien selbst zerstören, es sei denn, der Rechteinhaber erhält die fällige Zahlung für weitere Wiedergaben. Die Technologie, die dies möglich macht -- bekannt als Digital Rights Management oder DRM -- wird nach Ansicht von Experten für immer verändern, wie wir Medien und Software konsumieren. Software- und Medienunternehmen drängen weiter auf neue Content-Security-Initiativen, jede mit einer eigenen DRM-Version, einem System zum Schutz von Inhalten gegen Piraterie. In naher Zukunft werden Tabellenkalkulationen und Webseiten durch digitale Schlösser geschützt. Sun Microsystems kündigte diese Woche an, neue Software zum Schutz geistigen Eigentums an Inhalten auf Handys und Smartcards zu starten. Warner Music veröffentlichte unterdessen das neue Album des Sängers Steely Dan, "Everything Must Go", auf CD und DVD Audio, letzteres in einem geschützten, kopiersicheren Format. Der größte Markt für Content-Security dürfte Unternehmen, Behörden und Krankenhäuser sein, die verhindern müssen, dass sensible Daten in falsche Hände geraten. Bisher aber haben Medienunternehmen am lautesten über DRM-Systeme gesprochen.

PIRATERIE TREIBT DEN MARKT

Unter Angriff der Piraten statten Filmstudios und Plattenlabels neue CDs und DVDs mit Computercode aus, der Nutzer daran hindern oder einschränken soll, Dateien auf leere Discs zu kopieren oder online auszutauschen. Unterhaltungselektronik-Firmen wie Sony und Nokia sind ebenfalls eingestiegen und installieren DRM-Systeme in neuen Audio- und tragbaren Geräten, damit urheberrechtlich geschütztes Material nicht ohne Bezahlung zwischen Geräten abgespielt und übertragen wird. Aber ein ernstes Problem bleibt für die Branche: fehlende einheitliche Standards. DRM-Technologien sind sehr unterschiedlich, gefördert von Firmen wie Philips und Microsoft, die sein Office-2003-Paket mit Steuerungen ausstatten wird, wer Dokumentdaten drucken, kopieren oder weiterleiten darf. Im vergangenen Jahr erwarben Sony und Philips Intertrust, Pionierin der Branche und Inhaberin der meisten DRM-Patente, für 450 Millionen Dollar. Der Einfluss der beiden Firmen soll Elektronikhersteller und Softwarefirmen näher zusammenbringen. "Zusammenarbeit ist wichtig, man soll den Verbraucher nicht verwirren", sagt Mike Tsurumi, Leiter der europäischen Elektroniksparte von Sony.

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