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Surforeggae
Reggae · 28. September 2004

Marley ist nicht tot. Partys, befeuert von einer "neuen" Reggae-Version, begeistern Rapper bis Studenten.

Die Stimmung ist entspannt. Getragen von einem mitreißenden Rhythmus tanzen Nachtschwärmer aller Altersgruppen ohne große Euphorie in einem

Marley ist

Die Stimmung ist entspannt. Getragen von einem mitreißenden Rhythmus tanzen Nachtschwärmer aller Altersgruppen ohne große Euphorie in einem Ambiente, das klar zeigt: Sie fühlen sich wohl. Die Kombination aus Rot, Grün und Gelb, unverkennbares jamaikanisches Symbol, dominiert das Szenario. Reggae, der in der Stimme von Bob Marley die Welt eroberte, spielt in neuer Aufmachung, mit elektronischerem Beat. Das ist die Atmosphäre der Dub-Partys, die in Städten wie Rio de Janeiro und São Paulo immer mehr Anhänger finden. Dub ist genau die Bezeichnung für die instrumentale Version des Reggae, voller innovativer elektronischer Eingriffe.

Die Partys finden häufig im Freien statt. Musiker, Rapper, Trendsetter und Studierende gehören zu den treuesten Besuchern. In Rio sind die besten Dub-Events am Meer, organisiert von den Jungs des Digitaldub Sound System. In São Paulo organisiert das Projekt Dubversão wandernde Tanzveranstaltungen. An den Decks steht Yellow P, der Dub-Botschafter in Brasilien. „Sie denken, Reggae ist Surfer-Sound, aber der Rhythmus ist sehr urban, von der Straße“, sagt er. Wie Yellow P nutzen die meisten Dub-DJs LPs (Long Player), lieben Bob Marley und verbringen Stunden damit, Raritäten in Plattenläden zu suchen, um Ausschnitte von Originalsongs mit elektronischen Elementen zu mischen. Auf den Partys gibt es nichts allzu Hektisches. Ska, Reggae, Dub und Ragga – Markenzeichen der jamaikanischen Musikalität – sind leicht, rhythmisch. „Das Dub-Publikum ist dezent und mag ruhigere Partys“, sagt die 24-jährige paulistanische Künstlerin Fefê Talavera, die bei den Dub-Partys in São Paulo immer dabei ist.

Die Tanzveranstaltungen dauern höchstens sechs Stunden und beginnen manchmal am Nachmittag. Niemand verlässt den Ort schweißgebadet vor lauter Springen und Stimulanzien sind kein Renner. Der Reiz liegt genau in der ruhigen Atmosphäre. „Der Sound ist eindringlich, er versetzt die Leute in Trance“, sagt der 28-jährige Paulistano MC Zulu, der immer wieder bei den Partys einspringt und seine Reime über Dub-Bases legt. Vielleicht unter dem Einfluss des verehrten Marley haben Dub-Partys wenig mit den „babylonischen“ elektronischen Raves gemein, bei denen die Regel ist, zwei oder drei Tage durchzutanzen.

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