Chris Murray war schon immer ein produktiver Komponist. In den 90ern stand er im Dienst von King Aparattus, dem größten Namen in der Geschichte des kanadischen Ska. Einmal, auf seinen Unternehmungen weiter südlich auf dem Kontinent, passierte der Gitarrist Venice Beach im sonnigen Kalifornien, mochte das Klima und blieb dort. Das neue Zuhause fiel mit der Explosion der 3. Ska-Welle in der Mitte der 90er zusammen. Zu dieser Zeit überraschte er alle mit Gitarre in der Hand und einem einfachen Rekorder.
Er klopfte bei Moon Records in New York an und lieferte fertig das phänomenale "The 4-track adventures of Venice Shoreline Chris", das erste „akustische" Album des Welt-Ska. Die anfängliche Seltsamkeit einer rohen und absolut lo-fi Platte verwandelte sich bald in Charme und gewann alle. Murray, à la Manu Chao in diesen jüngsten Phasen, war die Attraktion jedes guten Ska- und Reggae-Shows. In Los Angeles, wo er die wichtigsten jamaikanischen Musiknächte der Stadt leitet, weisen viele auf ihn als die beste „One-Man-Ska-Band des Planeten" hin. Kein Wunder, dass seine Songs von Top-Künstlern des Welt-Ska und Reggae aufgenommen werden, von den Slackers und Hepcat bis zum exquisiten Afterhours.
Eine weitere Kuriosität einiger Werke von Murray ist die niedrigen Kosten seiner Aufnahmen. Das Album „Raw" verbrauchte zum Beispiel nur 12 Dollar - Batterien inbegriffen, laut dem Komponisten selbst. Hier in Brasilien veröffentlicht Radiola „So Many Roads", eine Kompilation von sechzehn Tracks mit dem Besten seiner vier Alben, in verschiedenen Versionen in Europa und Japan veröffentlicht. Die Platte enthält nur ein Lied, das mit einer vollständigen Band aufgenommen wurde. Alle anderen haben Murray an Gitarre, Bass, Schlagzeug und Orgel.
In Brasilien auf Einladung von Radiola Records trat Chris Murray im Januar/2006 in São Paulo (SESC Pompéia) und Rio de Janeiro (Teatro Odisséia) auf. In den Städten bezauberte er alle durch seine Freundlichkeit und die Kraft seiner Songs, die die Aufmerksamkeit und den Respekt aller gewannen. Chris ist daran interessiert, etwas mehr Portugiesisch zu lernen, soll im Oktober nach Brasilien zurückkehren und wird seine Einfachheit erneut den verschiedensten Publikum bringen.

