Reggae weit über Bob Marley hinaus!
Trenchtown ist gleich da, in Humaitá. Nein, die carioca Geografie ist nicht durchgedreht, und es ist nicht Cesar Maia, der wieder eine Straße umbenennt. Das jamaikanische Ghetto, Geburtsstätte des Reggae, zog nur im Geiste dank der Soundtrack-Band Reggae B ins Ballroom. Die Gruppe tritt dienstags im Juli in der Location auf, stets mit Gästen. Und heute Abend ist Frejat dabei.
Halb zufällig bei einem Bob-Marley-Tribute-Show im vergangenen Jahr geboren, ist Reggae B eine Art carioca All Star Band, die erfahrene Musiker vereint, die zwischen Proben, Shows und Aufnahmen ihrer Hauptbands Zeit für Reggae finden.
Die Besetzung bringt Bi Ribeiro (Paralamas), Jean Pierre (Cidade Negra), João Fera (Paralamas), Cláudio Menezes (ex-AfroReggae), Marlon (Vitória Régia), Bidu Cordeiro (Paralamas), Ronaldo Silva (Sohn von Robertinho Silva), Valnei Ainê (Negril) und Gustavo Black Alien (ex-Planet Hemp). Das Treffen so vieler Schwergewichte erinnert an die Midnight Blues Band, ein Projekt, das Anfang der 90er Frejat, Peninha, George Israel und andere vereinte — die Band gab legendäre Shows im Circo Voador und trat beim Hollywood Rock auf. Die Ähnlichkeit ist kein Zufall.
„Am Anfang war die Midnight Blues Band wirklich eine Inspiration" — sagt Bi. Das Repertoire meidet abgenutzte Klassiker. Die Gemeinsamkeiten der beiden Bands enden dort. Midnight spielte Rock-Klassiker der 50er und 60er. Reggae B wagt sich in einen anderen Rhythmus und ist keine Klassiker-Band. Von Bob Marley spielen sie nur eine, „Get up, stand up". Der Rest bringt weniger bekannte Songs von Black Uhuru, Linton Kwesi Johnson und Peter Tosh.
„Wir wollten etwas anderes spielen als dieses sogenannte 'Roots Reggae', denn für brasilianische Bands scheint Reggae dort zu enden. Es gibt viele andere großartige Dinge, die ich und die anderen Bandmitglieder zeigen wollten" — sagt Bi.
Der Bassist spricht mit Autorität. Fan des Rhythmus seit den 70ern, war er maßgeblich am Reggae-Akzent der Paralamas do Sucesso beteiligt. 1989 nutzte Bi eine Pause seiner Band, um Mighty Reggae Beat zu gründen, eine weitere Reggae-Cover-Band. Das Label „Cover-Band" wird für Reggae B zu klein. Nicht nur, weil sie schon unveröffentlichte Songs wie „Pomar" von Nando Reis und einen noch unbetitelten von Digão spielen — „wir nennen ihn nur 'ska'", sagt Bi. Das Wichtigste ist, was Bi den „Reggae-B-Akzent" nennt. „In der Zeit, die wir zusammen spielen, haben wir eine so große Einheit aufgebaut, dass die Songs natürlich unser Gesicht tragen" — bewertet Bi.
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