Reggae · 04. April 2005
Erfahren Sie mehr über die Veröffentlichung der neuen Natiruts-CD "Nossa Missão"! Auf Surforeggae!
Reggae aus Brasilien fand schnell große Akzeptanz beim Publikum und gleichzeitig eine unerklärliche Ablehnung durch die großen Plattenfirmen

Reggae aus Brasilien fand schnell große Akzeptanz beim Publikum und gleichzeitig eine unerklärliche Ablehnung durch die großen Plattenfirmen und die Medien. Es dauerte lange, bis ein großes Label die Idee aufnahm, dass man durch Investitionen gute kommerzielle Ergebnisse mit jenen Gruppen erzielen könnte – die meisten aus der Peripherie stammend – mit Protesttexten und „verfilztem" Haar. Dennoch brachte Reggae gute Früchte, mit Bands, die sich auf dem Musikmarkt etablierten und nicht wie eine vorübergehende Mode verschwanden.
Gleichzeitig begann sich eine Szene mit verschiedenen neuen Bands und einem sehr treuen und zahlreichen Publikum zu bilden, sodass selbst in der Unabhängigkeit Reggae eine eigene Kraft gewann, die auf dem brasilianischen Musikmarkt selten zu sehen ist. Als Frucht dieser Szene, aber mit einer sehr besonderen und faszinierenden Geschichte, entstand in Brasília Natiruts. Mit der mutigen Marketingstrategie, ihr schwer erarbeitetes Debütalbum an alle zu verteilen, die ein Konzertticket kauften, gelang es ihnen, die ersten 3.000 Exemplare in wenigen Monaten ausverkauft zu machen, wodurch die Band beträchtliche Popularität unter den brasilianischen Reggae-Fans gewann. Von demselben Album erreichten sie die unglaubliche Marke von 40.000 verkauften Exemplaren in weniger als einem Jahr, noch unabhängig, ohne die Ressource einer großen Distribution.
Dieses Phänomen war notwendig, damit sich ein großes Label für einen Vertrag interessierte, das Album genau so veröffentlichte, wie es konzipiert war, zwei Songs im Radio bearbeitete und die unglaubliche Verkaufszahl von 400.000 Exemplaren eines Debütalbums einer bis dahin wenig bekannten Band genoss. In jenem Jahr hallte der Refrain von "Presente de um beija-flor" wie eine Hymne einer neuen Generation in ganz Brasilien wider, vor allem an der Küste, wo sich Reggae bereits mit beträchtlicher Kraft etabliert hatte.
Im Laufe ihrer fast 10 Jahre als Band und 4 veröffentlichten Alben sah sich Natiruts mit mehreren Rückschlägen konfrontiert, die leicht die Auflösung vieler anderer Bands ohne dieselbe Einheit verursacht hätten (wie der Gerichtsprozess, den sie 2000 erlitten und der ein Vermögen für den Namen Nativus forderte – sie zwang, den Namen in Natiruts zu ändern). Gleichzeitig tourten sie intensiv durch ganz Brasilien, füllten jeden Ort, an dem sie auftraten, und etablierten sich nicht nur im Reggae-Circuit, sondern auch in der oberen Liga des nationalen Pop Rock.
In diesem neuesten Werk kehrt Natiruts nach 4 Alben bei einem multinationalen Label mit dem Album "Nossa Missão" zur Unabhängigkeit zurück und weist auf einen neuen Weg, eine neue Linie hin. Sofort fällt als Unterscheidungsmerkmal zu früheren Alben die starke Annäherung an Dub auf – die psychedelischere Variante des Reggae, die Mitte der 70er Jahre in Jamaika entstand und Experimente ohne Zurückhaltung bei der Hinzufügung von Effekten wie Delays und Reverbs einbezieht.
Produziert von Alexandre Carlo selbst, Sänger und Hauptkomponist der Gruppe, ist das Album vollgepackt mit etwas ungewöhnlichen Beteiligungen. Von Lirinhas intensivem Beitrag aus Cordel do fogo encantado, der sein gesprochenes Lied in "Não chore meu amor" rezitiert, über Funk Búias raue Stimme aus Z'Africa Brasil, die Liebe in Form von Raggamuffin in "Toca Fogo" preist, bis hin zum Rap des Landsmanns GOG in der politisierten "Quem planta preconceito?" und der internationalen Beteiligung in "Au de cabeça" von Willy Rodriguez, Sänger der Band Cultura Profetica, aus San Juan / Porto Rico.
Wie bei jedem Natiruts-Album dürfen natürlich Songs fehlen, die Kandidaten für absolute Hits sind, wie die romantischen "Quero ser feliz também" und "Cheiro de flor" und auch die kontemplativen "Caraíva" und "Nossa missão". In "Bossa Nova em Kingston" ist die brasilianische Note offensichtlich, was in einer Art 'Bossa-Roots' mündet – recht kreativ und eigenständig.
Ich glaube, Natiruts schreibt mit diesem Album eine weiteres äußerst wichtiges Kapitel dieser Geschichte, durch ihre Rückkehr zur Unabhängigkeit und ihr Flirt mit anderen kulturellen Bewegungen aus dem Ghetto, die in ihrem Wesen die Wertschätzung der Freiheit und den Protest haben – genau wie Rap. Rap ist übrigens eines der wenigen Beispiele einer peripheren musikalischen Bewegung sozialen Protests, die sich auf dem Markt ohne Medien oder multinationales Label etablierte. Und wie vor fast 20 Jahren fast prophetisch gesungen wurde: "O Rap e o Reggae são irmãos, e isso basta!".
Daniel Ganjaman ist Musiker und Musikproduzent mit großer Aktivität in der brasilianischen Rap-Szene, der mit Racionais Mc´s, Sabotage, Marcelo D2 und Planet Hemp, Nação Zumbi, Seu Jorge, Rappin Hood, Mv Bill und vielen anderen gearbeitet hat. Er gehört derzeit zum Kollektiv INSTITUTO und wirkt als Musiker in den Bands von Helião und Negra Li und Otto.
Datum: 20/04/2005
Uhrzeit: 22:00 hs
Ort: Via Funchal
Unterstützung:
Klicken Sie hier für weitere Details.
Klicken Sie hier und nehmen Sie an der Aktion teil! Gewinnen Sie 20 CDs der Band, 10 T-Shirts und 2 Backstage-Pässe.
Klicken Sie hier und erfahren Sie mehr über die Band.
Offizielle Website: www.bandanatiruts.com.br
BEVORSTEHENDE VERANSTALTUNGEN
Verpassen Sie nicht das Launch-Konzert der CD "Nossa missão".
mehr Informationen
Kategorie
#Reggae