Reggae · 10. Oktober 2003
Culture sorgt im DirecTV Music Hall für Gänsehaut in einer emotionalen Show! Schaut rein!

Am 9. Oktober im DirectV Music Hall in São Paulo rollten die Pedradas bei einem schlicht unvergesslichen Konzert in Strömen. Schwer, diesem Textanfang zu widerstehen – die Emotion ist noch sehr präsent, denn wir verfassen den Artikel genau um 3:48 Uhr morgens. Fassen wir uns und machen unsere „Hausaufgabe“. Für 21:00 Uhr angesetzt, war der DirectV Music Hall nicht so voll, wie wir es uns vorgestellt hatten – vielleicht, weil es ein Donnerstag war... vielleicht wegen des starken Regens am Nachmittag oder, sicherer noch, wegen des Eintritts zu 50 Reais. Mit der Eröffnung durch Planta & Raiz nahm das Event bereits die Form an, die folgen sollte. Wir trafen die Leute von NetMusic, einer Website mit umfangreichem Musikinhalt und vielen Videos. Wir schnappten sogar ein Stück aus den Aufnahmen mit, in dem erklärt wird, was Surforeggae ist und wie es entstanden ist.
Mit einem rundum gelungenen Auftritt erfüllt Planta, wie immer, seine Rolle sehr gut und präsentiert die neuen Songs, die beim anwesenden Publikum gut ankamen. Diese Songs stammen vom neuen CD, dem zweiten der Band, die sich in der Endphase der Produktion befindet. Die bereits etablierten Songs der Band waren ebenfalls Teil des Shows und des Chor-Gesangs der Menge. Zeider und seine markante Performance (Foto) ließen den Auftritt harmonisch bis zum Ende fließen. Jetzt beginnt die Energie aufzusteigen. Die lebende Legende des Roots Rock Reggae, Culture, sollte gleich auftreten. Regungslos warten sie auf den ersten Klang der Band, um eine Reise anzutreten, die erst beim letzten Zugabe-Stück und beim Abschied enden würde.
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CULTURE
Der Anfang ist explosiv. Noch ohne das Trio auf der Bühne bringt die Band die Leute zum Weinen, indem sie gleich zu Beginn die wunderschöne Satta Massagana... in DUB-Version spielt. Was für ein kraftvolles Instrumental. Die Gitarrensoli waren hypnotisierend (Video). „Capacetes na cabeça“, denn das Trio Albert Ralph Walker, Telford Nelson (Ersatz für Roy 'Kenneth' Dayes) und der charismatische und legendäre Joseph Hill (Foto)ist bereit. Ihr Einzug ist Gänsehaut pur (Video), und die Ehre der Veranstaltung gebührt dem großartigen „Love Shine Bright“ vom Album „Harder Than the Rest“. Unglaublich, wie die Bühnenpräsenz von Culture uns die Realität in Frage stellen lässt. „Behold I Come“ gibt dem Spektakel den Rhythmus, eine weitere „Pedrada“ vom großen Album „Baldhead Bridge“. Anschließend hebt „Fussing and Fighting“ die Stimmung – nicht nur die der Leute, sondern auch die unseres großen Joseph Hill (Foto). Wir trafen einige Mitglieder zweier der wichtigsten Roots-Reggae-Bands Brasiliens, die ebenfalls angesteckt waren: Leões de Israel und Reggae Style (Foto). Die Keyboards gaben den besonderen Touch, und die Atmosphäre „wog angenehm schwer“ zum Klang von „Dog A Go Nyam Dog“. Diese Perle stammt vom Album „Production Something“ von 1995. Die Lawine von Culture setzte sich fort, und nun war „World Peace“, ein Song vom 30. Album der Band, das nach der Band selbst benannt ist, verantwortlich für unsere Herzrhythmusstörungen. Dieses Konzert feiert die Veröffentlichung des Albums, und erneut steht Joseph im Mittelpunkt (Foto). Seine grandiose Stimme führte alle im Directv an. Er schätzt die Aufnahmebereitschaft des brasilianischen Volkes und gratuliert São Paulo dafür mehrfach. Joseph legt Wert auf die Beteiligung des Publikums an seiner Performance (Video), und das Publikum lässt sich nicht lumpen und folgt seinem Ruf. Das Konzert etablierte sich als eines der besten, als – um absolute Gewissheit über die Fakten zu haben – eine Sequenz vom Album „Cultural Livity“ kam, um das wenige an Vernunft oder Energie, das noch übrig war, zu vernichten: „I'm Not Ashamed“ und „Two Sevens Clash“. Wie die Emotion in bestimmten Situationen unserer Kontrolle entgleiten kann. „Calling Rasta Far I“, „Pretty Face“ und „Tribal War“ sind klare Beispiele dafür. Die Band hatte die volle Kontrolle über die Bühne (Foto). Das Engagement der Musiker war offensichtlich (Video), und Joseph Hill zeigte, wie wichtig er nicht nur für Culture war (wie Albert Griffiths für die Gladiators), sondern auch für die gesamte Geschichte des weltweiten Roots Rock Reggae. Sogar Peter Tosh lieferten sie mit extremer Kompetenz in „Equal Rights“. Der Abschied der Band galt für manche als Lebewohl, weil der Besuch großer Bands in Brasilien, wie Culture, so selten ist. Und außerdem: Bei dem aktuellen Dollarkurs ist es sehr teuer, internationale Attraktionen und ihre jeweiligen Begleitbands herzuholen. Trotzdem kam Moja Nya, die Band von Culture, vollständig. Wer dieses große Spektakel verpasst hat, kann alles, was wir oben erwähnt haben, am 12. in Vinhedo nachholen. Für diejenigen, die bei diesem Culture im DirectV dabei waren, bleibt die Frage: Werden wir das Vergnügen haben, eine solche Darbietung wiederzusehen? Die Einfachheit auf der Bühne (Foto)... die Demut gegenüber dem Publikum (Foto)... Jah möge es gewähren! (Foto)BILDER VOM EVENT
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#Reggae