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Surforeggae
Reggae · 28. Mai 2004

Der jamaikanische Sänger Horace Andy rettet die müde Show von Massive Attack in São Paulo!

Der jamaikanische Sänger Horace Andy rettet die müde Show von Massive Attack in São Paulo!
Als einer der Schöpfer des Trip Hop und Inhaber einer fundamentalen Diskografie in der elektronischen Musik der letzten zehn Jahre verstärkt Massive Attack bei diesem zweiten Auftritt in Brasilien den Eindruck, dass es keine Band ist, die man live sehen sollte. Da viele wichtige Gäste auf den Aufnahmen mitwirken, lassen die Ersatz von Sängern und Musikern bei Live-Shows die Band wie Cover von sich selbst wirken. Außerdem betrat die Band bei der Debütpräsentation am Montagabend (24.09) im Via Funchal in São Paulo Minuten vor Mitternacht die Bühne, um etwa 1h30 für ein Publikum zu spielen, das bereits zwei Stunden Auftritt der DJs Nuts und Pedrinho Dubstrong ertragen hatte. Damit dauerte der Voract länger als der Hauptact des Abends. Die von Robert Del Naja geführte Band stützte ihr Repertoire auf die letzten beiden Alben von Massive Attack, „Mezzanine" von 98 und „100th Window" von 2003, beide dichter und düsterer klingend als die ersten beiden CDs der Band, „Blue Lines" von 91 und „Protection" von 94. Die Live-Versionen neuerer Songs konnten die originalen Atmosphären nicht reproduzieren und wirkten zeitweise gezogen und ermüdend. Die schottische Sängerin Dot Allison, eingeladen, die Vocals von Elizabeth Fraser und Sinead O'Connor zu ersetzen, enttäuschte ebenfalls und begeisterte nicht mit Interpretationen, die den Originalen unterlegen waren. Die akribische Behandlung, die die Band ihrer Musik mit Studioressourcen verleiht – ein grundlegender Bestandteil des Lyrizismus von Massive Attack –, fehlt auch in der Show. In den intensivsten Momenten klingt die Musik flach und unausgewogen durch die Größe des Konzertsaals. Der jamaikanische Sänger Horace Andy, der seit dem ersten Album mit Massive Attack arbeitet, war für die besten Momente des Abends verantwortlich, mit „Angel" von „Mezzanine", Songs, die er selbst auf Platte aufnahm. Auch die Live-Dub-Version von „Karmacoma", gesungen von Del Naja und Grant „Daddy G" Marshall --der nicht an den Aufnahmen des letzten Albums beteiligt war--, und der Hit „Unfinished Sympathy" vom Debütalbum der Gruppe gelangen gut. Beim ersten Auftritt hier, 1998, wurde die Show der Gruppe von der lebhaften Präsentation der Deutschen von Kraftwerk überschattet, die vor Massive Attack im selben Saal beim inzwischen eingestellten Free Jazz Festival spielten. Mit ihrem introspektiveren und düsteren Sound gelang es der Band nicht, das Publikum -- euphorisch von der Darbietung der Deutschen -- in die melancholische Stimmung ihrer Songs zu ziehen. Auch diesmal gelang es der Gruppe nicht, ihre Show abheben zu lassen, behindert durch die Verzögerung beim Bühnenauftritt und durch ihre Natur als Studioband.

WEITERE INFORMATIONEN

Klicken Sie hier und erfahren Sie mehr über den Künstler.

MULTIMEDIA

Klicken Sie hier und sehen Sie Horace Andy live mit „Skylarking".

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