Die andere Seite des Mondes: Projekt rekreiert Pink Floyd‑Album in DUB‑Version!

Jemand hat schon gesagt, man solle Klassiker nicht anfassen. Doch zum 30-jahrigen Jubilaum der Veroffentlichung bekam das bekannteste Album von Pink Floyd, "Dark Side of the Moon", eine Neuinterpretation. "Dub Side of the Moon" ist seine Reggae-Version - genauer gesagt dub. Verantwortlich fur diese Version ist ein Musikerkollektiv aus New York, Easy Star All-Stars, und das Ergebnis dieser Idee, die so simpel ist, dass sie dumm wirken konnte, ist uberraschend.
Es handelt sich nicht um einen Remix der Originalkompositionen. Die Songs wurden vollstandig im Studio neu aufgenommen, um ihre Versionen im jamaikanischen Rhythmus zu erhalten. Das Album - uber zwei Jahre produziert von Michael Goldwasser und Victor "Ticklah" Axelrod, der heute als einer der großen Namen von Dub und Reggae gilt - hat verschiedene Gastbeitrage, besonders hervorzuheben sind der The Wailers-Sanger Gary "Nesta" Pine und das Trio The Meditations, auf "Money" bzw. "Eclipse". In einem E-Mail-Interview erzahlt Victor Rice, Bassist der Easy Star All-Stars, dass die Hauptschwierigkeit der Neueinspielung darin bestand, das Tempo exakt wie im Original zu halten.
"Reggae ist eine sehr besondere Musik. Es war schmerzhaft, den richtigen Groove fur jedes Lied zu finden, ohne das Tempo zu verlieren oder zu verandern. Aber es hat sich gelohnt. Man kann "Dub Side of the Moon" sogar horen, wahrend man "Der Zauberer von Oz" schaut ", sagt er und bezieht sich auf die angebliche Synchronitat mit dem Film, fur den "Dark Side of the Moon" ein alternativer Soundtrack sein soll.
Die ursprunglichen Mitglieder von Pink Floyd, einschließlich Roger Waters, griffen in die Aufnahme nicht ein. "Die einzige Beteiligung von Pink Floyd war zugleich die wichtigste: das grune Licht fur die Neueinspielung", sagt Rice.
Allerdings ist trotz Kopien fur alle Mitglieder noch nicht bekannt, ob ihnen das Ergebnis gefallen hat. Hierzulande meint Nelson Meirelles, Produzent von Bands wie Cidade Negra und O Rappa, dass die Fusion von Pink Floyd mit Reggae perfekt zusammenpasst. "Ich fand schon immer, dass Pink Floyd aus mehreren Grunden die DNA des Reggae hatte: wegen der okonomischen Notenwahl, der Prominenz der Basslinien und der Studioeffekte", sagt er.
Tatsachlich ist das nicht das erste Mal, dass sich die Wege von Psychedelic Rock und Reggae kreuzen. Grateful Dead bekam bereits Versionen seiner Klassiker in "Fire on the Mountain - Reggae Celebrates The Grateful Dead", Banden 1 und 2, Alben von 1996 und 1997, mit Beitragen von Steel Pulse, Gregory Isaacs und Michael Rose, unter anderen. Victor Rice erganzt: "Ein Lied oder ein Album fur eine Dub-Version auszuwahlen ist in Wahrheit eine Haltung des Respekts. Es gibt keine Moglichkeit, "Dark Side of the Moon" zu verbessern; man kann es nur feiern".
Im Ausland erschien das Album am 18/2 und hat bisher keinen geplanten Erscheinungstermin in Brasilien. Aber das Label stellte drei Songs auf der Website www.easystar.com bereit: "Money", "Great Gig in the Sky" und "Us and Them".
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#Reggae