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Surforeggae
Reggae · 10. Februar 2004

Das Label Radiola Records ist wie amerikanischer Basketball: Es hat die größten Stars, aber aus der Ska/Reggae-Welt!

Das Label Radiola Records ist wie amerikanischer Basketball: Es hat die größten Stars, aber aus der Ska/Reggae-Welt!
Seit 1992 wird die amerikanische Basketballmannschaft „Dream Team“ genannt, weil sie die größten Stars dieses Sports vereint. Es ist jenes Team, in dem alle Spieler stehen, die Publikum und Gegner in den Wahnsinn treiben. Das Label Radiola Records aus São Paulo kann als echtes ska/reggae-„Dream Team“ gelten. Angefangen bei der Leitung seines Verantwortlichen, Bruno „Kaskata“, der fünf Jahre lang das Radioprogramm „Skabadabadoo!“ auf Brasil 2000 moderierte. Kürzlich zogen zwei Radiola-Veröffentlichungen die Aufmerksamkeit der Liebhaber der besten jamaikanischen Rhythmen auf sich. Eine ist „In America“ von Victor Rice, einem gefragten Reggae- und Ska-Produzenten. Der Amerikaner hat bereits Namen wie Pietasters und The Slackers produziert, in Bands wie The Scofflaws und Toasters gespielt und Genrelegenden wie Desmond Dekker und Laurel Aitken begleitet. Auf seiner Platte spielt Rice Bass, Orgel, Tamburin, Gitarre und Melodica (populär als Mundharmonika bekannt). Die 19 Stücke eignen sich hervorragend für Fernreisen oder auch zum Verweilen, wie das sympathische „Toque“ oder das verblüffende „JD“. Mit Ausnahme von „Baby Dub“, an dem Sängerin Caz Gardiner beteiligt ist, ist der Rest der CD rein instrumental. Kurz gesagt: eine ausgezeichnete Platte voller Ska, Rocksteady, Reggae und Dub – Rhythmen, die auch das gleichnamige Album des Trios Firebug bilden. Neben Rice gehören Gitarrist und Sänger Felipe Machado sowie der erfahrene Schlagzeuger Rodrigo Cerqueira, der bereits bei Easy Big Fella (aus Seattle) und Skuba spielte, zu Firebug. Die Band hat einen sehr starken Einfluss der alten jamaikanischen Garde, absorbiert aber auch Jazz, Funk, Soul und Rhythm'n'Blues. „Ich mag es nicht, unseren Sound zu labeln, aber ich nenne ihn gewöhnlich 'Vintage'-jamaikanische Musik“, sagt Cerqueira. Das hört man auf Titeln wie „Commercialized Man“, „Not Anymore“ und „You and Me“. Die Texte behandeln Themen wie Beziehungen und Alltagssituationen und erhielten, obwohl sie auf Englisch sind, teils portugiesische Versionen. „Die ursprüngliche Idee war, alles auf Englisch zu machen, aber je mehr Leute die Songs hörten, sagten sie, es sollte einige auf Portugiesisch geben“, sagt Cerqueira. „Unsere Wahl für Englisch erfolgte nur wegen der Klangfarbe. Es ist wie Sepultura – passt voll zum Musikstil, den sie spielen, und unser Stil verlangt ebenfalls Songs in dieser Sprache.“ Unter den 20 Titeln sticht „Gimme Your Love“ am meisten hervor. Es eröffnet das Album im Reggae-Stil, erhält eine portugiesische Version und einen Dub-Mix. Firebug wird sein CD in Europa bei Leech Records veröffentlichen. Das Schweizer Label wird zwei Bonustracks enthalten, die in der nationalen Version fehlten. Derzeit verhandeln sie mit einigen US-Labels, aber vorerst ist nichts fest. „Wir proben noch das Show-Repertoire. Mit der Europa-Veröffentlichung steigt die Chance auf eine Tour dort“, sagt Cerqueira. Hier zu Hause beginnen die Shows nächsten Monat. Verpasst sie nicht, um Jahs willen.

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